Verkehrspolitik

Das Fahrrad und den Radverkehr in alle politischen und gesellschaftlichen Planungen integrieren – mit dieser Forderung endete der erste Nationale Radverkehrskongress, der am 7. und 8. Mai in Berlin stattfand. Rund 500 Experten aus dem In- und Ausland zogen auf dem vom Bundesverkehrsministerium organisierten Kongress Zwischenbilanz für den 2002 gestarteten und bis 2012 laufenden Nationalen Radverkehrsplan.

„Das Fahrrad muss in allen Planungen mitgedacht werden”, fasste es Daniel Leupi vom Schweizer Projekt „slow up” zusammen. Mit starkem Selbstbewusstsein forderten die Referenten und Teilnehmer in acht Foren und Diskussionsrunden, für mehr Fahrradverkehr müssten nicht nur mehr und bessere Radverkehrsanlagen wie Radfahrstreifen und Abstellanlagen geschaffen werden. Das Fahrrad müsse auch mehr ins Bewusstsein der Bürger, Politik, Stadtplaner und Firmen rücken. Armin Falkenhein, der für den ADFC die Gesundheitskampagne „Mit dem Rad zur Arbeit” vorstellte, gab ein Beispiel: „Wir brauchen neue, übergeordnete Ziele. Auch bei der Gesundheitsförderung muss das Fahrrad verstärkt mitgeplant werden.”

Stadt Schwerin:

Die Arbeitsgruppe Radwegeplan 2020 tagte am 12.05.09

Auf dieser Zusammenkunft ging es insbesondere darum, das Papier in Form zu bringen und die letzten Inhalte zu diskutieren. Von Seiten des ADFC wurde der Punkt Marketing als eigenständiger Punkt gewünscht und der Standpunkt vertreten, daß der Radfahrer als Verkehrsteilnehmer grundsätzlich auf die Straße gehört. In diesem Zusammenhang wurde auf die Sicherheit im Miteinander der Verkehrsteilnehmer verwiesen. Der ADFC fordert nach wie vor einen Fahrradbeauftragten, der die Interessen der immer größer werdenden Gruppe der Radfahrer in Schwerin parteiunabhängig vertritt.

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Die Arbeitsgruppe Radwegeplan der Stadt tagte erneut. Als ADFC Vertreter war der OG Vorsitzende Bernd Ploigt anwesend. Ein Ergebnis ist der Radwegeplan nach Prioritäten:

Der neue Radwegeplan 2020
Prioritätenliste nach der Zusammenfassung der Maßnahmenbewertung
Stand 27.02.2009

A) Strategie für die Entwicklung des Radverkehrs in Schwerin bzw. Entwicklung
eines Leitbildes, Marketing

1. Finanzierung sichern
2. Vorhandene Potenziale nutzen
3. Radtourismus in M-V und Schwerin – bedeutender wirtschaftlicher Faktor
4. Sachgerechte Förderung des Radverkehrs
5. Systematische und offensive Weiterentwicklung des Radverkehrssystems
6. ADFC als Partner der Stadtverwaltung
7. Radfahrerfreundliche Städte sind attraktive und menschenfreundliche Städte
8. Neuorientierung zugunsten des Radverkehrs
9. Radverkehr als Alternative zum MIV entwickeln
10. Image verbessern

B) Allgemeine Handlungsfelder
1. Verbesserung bestehender Radwege
2. Neubau von Radwegen abseits der großen Straßen
3. Verbindung der Wohngebiete mit der Innenstadt durch ganzjährlich
alltagstaugliche Fahrradrouten
4. Kopfsteinpflaster in der Innenstadt verbessern
5. Vermeidung von Fahrradverkehr im Gleisbereich der Straßenbahn, Ausweisung
von Alternativtrassen
6. Qualitätssicherung bei der Ausführung von Baumaßnahmen
7. Praxisradler in die Planung einbeziehen
8. Fahrradspuren/Schutzstreifen auf der Fahrbahn
9. Anbindung der innerstädtischen Radwege an das überörtliche Radwegenetz
10. Akzeptanz bei Autofahrern erhöhen betr. Fahren entgegen der Einbahnstraße

C 1) Neubau von Radwegen
1. „Schwerin – Line”
2. Innenstadt – Werdervorstadt – Schelfwerder/Ostufer Heidensee
3. Sanierung Radweg Robert-Beltz-Straße (Fördermöglichkeiten prüfen -
touristischer Radweg)
4. Verbindung Consrader Weg – Weg am Störkanal
5. Radweg an der Störwasserstraße bis Stadtgrenze (Vorplanung liegt vor,
Förderantrag wird 2009 gemeinsam mit der Gemeinde Plate gestellt)
6. Lückenschluss B106, Bereich Nahverkehr (Entwurfsplanung liegt vor,
Maßnahme des SBA)
7. Radweg Friedrichsthal/Warnitz – Herren Steinfeld (Fördermöglichkeiten prüfen -
touristischer Radweg)
8. Radweg Greifswalder Straße (Maßnahme im Haushalt 2008 enthalten,
planerische Vorbereitung noch nicht ausreichend)
9. Wickendorf – Nordstadt entlang des Ziegelaußensees (Antrag des
Ortsbeirates Wickendorf zur Aufnahme in den Haushalt liegt vor,
Fördermöglichkeiten prüfen – touristischer Radweg )
10. Lankow – Friedrichsthaler Forst (entlang der Bahn bzw. durch die
Ausgleichsflächen)
11. Medeweger See (Rundweg)

C 2) Maßnahmen in der Innenstadt
1. Einbau von schmalen Streifen mit geschnittenem Pflaster in unebenen
Pflasterbelägen
2. Wittenburger Straße, Marienplatz – Friedensstraße (entgegen der
Einbahnstraße)
3. Schaffung von zusätzlichen Abstellmöglichkeiten
4. Aus-/Umbau von benutzungspflichtigen Radwegen bzw. „anderen Radwegen”
5. Verbesserung Fahrbahnbelag Wittenburger Straße (im Sanierungsprogramm
Paulsstadt)
6. Eisenbahnunterführung Lübecker Straße 100 % durchlässig für Radfahrer
(Maßnahme im Bau)
7. Markierung Schutzstreifen in der Franz-Mehring-Straße von Paulskirche bis
Wism. Str.
8. Abstellanlagen an Marienplatz-Galerie ( in der Aufgabenstellung zum
Wettbewerb Marienplatz enthalten)
9. Verbesserung Fahrbahnbelag Straße Zum Bahnhof (im Sanierungsprogramm
Paulsstadt)
10. Verbesserung Fahrbahnbelag Johannesstraße (im Sanierungsprogramm
Paulsstadt)
C 3) Technische Detailmaßnahmen
1. Entfernung von Licht/Ampelmasten und Verkehrsschildern auf Radwegen
2. Führung an Kreuzungen, Bordabsenkungen
3. Radspuren an Kreuzungen
4. Fahrradfreundliche Ampelschaltungen
5. Wettergeschützte Bike & Ride-Plätze an den Haltestellen Wüstmark, Neu
Pampow, Hegelstraße u.a.
6. Radstreifen Güstrower Straße
7. Sichere Abstellmöglichkeiten am Hbf
8. Bessere Mitnahmemöglichkeiten in Bus und Bahn

19.01.09

Die Arbeitsgruppe des ADFC traf sich erneut, weil sie von der Stadt gebeten wurde eine Prioritätenliste für die Thematik Radverkehrspolitik vorzuschlagen. Dazu fand im Januar eine Beratung statt.

20.11.08

Im Oktober traf sich eine Arbeitsgruppe des ADFC, um gesammelte Vorschläge und Richtlinen zu diskutieren. Dies sind nun in Form gebracht und der Stadtverwaltung übergeben worden.
Inhalte sind generelle Leitlinien der Fahrradverkehrspolitik, entsprechende Marketingvorschläge und ein Einzelmaßnahmenkatalog.

20.08.08 von Bernd Ploigt

Die Situation ist im Augenblick so, dass die Stadtverwaltung von der
Spitze her Fortschritte im Radverkehr erreichen möchte. Das sollten wir als Chance nutzen.
Die Grundlage ist das Verkehrskonzept von 2004 und die Ergebnisse der Umfrage im Frühjahr.

Alle , die an dem heutigen Tisch saßen sind aufgefordert *Ideen für eine Strategie* zu entwickeln, wie
der Radverkehr , besser wohl nichtmotorisierte Verkehr, weiter gefördert werden kann.
Als es nur sehr einseitig um den weiteren Ausbau des Radwegenetzes ging um den Radfahrer – *aus dem* *Verkehr raus* – zu bekommen, habe ich ein Umdenken gefordert. Wir sollten alle sehen, das die Radfahrer
gleichberechtigter Teil des Verkehrs sind und in vielen Situationen auf die allgemeine Fahrbahn gehören.
Die nächste Versammlung soll Anfang Oktober sein.

15.08.08 von Bernd Ploigt

Die Stadt Schwerin möchte eine neue “Strategie zur Verbesserung der Radinfrastruktur” entwickeln.
Es geht um notwendige Maßnahmen im Bau- und Marketingbereich sowie um die Finanzierung und deren Umsetzung bis ins Jahr 2018
Dazu habe ich eine Einladung für den 20.08. um 14:00 Uhr im Stadthaus bekommen.
Weiter sind auch alle zuständigen Ämter der Stadt usw. eingeladen.
Nachdem ich an der konstituierenden Sitzung teilgenommen habe werde ich Euch weiter berichten und hoffe auf Euer kritisches Interesse. Insbesondere brauchen wir engagierte Mitglieder, die in Zukunft bei diesem Projekt mitarbeiten.

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Nun ist es endlich geregelt das Fahrradfahren im Stadtzentrum Schwerins. Die Beschlussvorlage wurde eingereicht und mit Änderungen beschlossen.

Alle Infos auf der Stadtseite hier